Was sind Datenräume?
Datenräume sind mehr als nur Sammlungen von Daten. Ein wichtiges Merkmal ist, dass Daten nicht zentral gespeichert werden und ein Datenraum aus der Summe aller Akteure besteht. Der Begriff „Datenraum“ bezieht sich also auf eine Art von Datenbeziehung zwischen Partnern. Das Ziel ist es, eine föderierte, offene Infrastruktur zu schaffen, die einen souveränen Datenaustausch ermöglicht. Datenräume basieren deshalb auf gemeinsam vereinbarten Regeln und (De-Facto-)Standards, welche eine gleichberechtigte Zusammenarbeit fördern.
Und welche Rolle spielen sie für Ihre Prozesse?
Föderierte Ökosysteme nehmen eine besonders wichtige Rolle bei der Datennutzung und -kontrolle an, gerade wenn es sich um eine gleichberechtigte Zusammenarbeit mehrerer Partner handelt. Einige Beispiele, wie man solche Eigenschaften in der Industrie nutzen kann, beinhalten:
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Supply Chain Collaboration
Die Zusammenarbeit über mehrere Lieferantenstufen hinweg ist eine Herausforderung aufgrund der potenziellen Komplexität und Intransparenz zwischen den Parteien. Datenräume erlauben einen direkten, gleichberechtigten Datenaustausch und sorgen damit für eine klare Informationsdarstellung innerhalb der Lieferkette. Unternehmen können Angebote einfach und transparent finden und dabei die Daten ihrer Lieferanten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg einholen.
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Rückverfolgbarkeit
Die Möglichkeit, Ware durch alle Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen zu verfolgen ist in vielen Branchen wichtig. Mithilfe föderierter Ökosystemen können Unternehmen über mehrere Wertschöpfungstufen hinweg einfacher zusammenarbeiten und ihre Daten zur Rückverfolgbarkeit zur Verfügung stellen.
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Nachhaltigkeit
Digitale Transformation unterstützt Nachhaltigkeit in den Lieferketten mit umweltfreundlichen, transparenten Abläufen. Mithilfe föderierter Ökosysteme ist es für Unternehmen möglich, ihren CO2-Fußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu berechnen. Die Daten der gesamten Lieferkette wären dabei transparent zugänglich.
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Produktion
Eine Initiative, die die Datenaustausch-Herausforderung lösen möchte und souveräne Datenbereitstellung anstrebt, heißt Gaia-X. Lesen Sie unser Whitepaper und erfahren Sie an einem Beispiel aus der Spindelproduktion, wie Datenräume in der Fertigung eingesetzt werden können, um eine souveräne, gemeinsame Datennutzung zu ermöglichen.
Daten(t)räume
Datenräume haben für die Industrie ein enormes Potenzial. Es ist deshalb nicht überraschend, dass es einige X-Initiativen gibt, die sich dem Thema widmen:
Gaia-X setzt den Grundstein für eine pan-europäische Cloud-Strategie. Es handelt sich um kein offizielles Normungsgremium, sondern ein Projekt, in dem die Mitglieder die Gaia-X-Architektur und -Regeln für ein breiteres, transparentes und faires Ökosystem zur Förderung der europäischen Datenwirtschaft definieren. Die beteiligten Parteien haben sich zum Ziel gesetzt, eine Reihe von Strategien und Regeln im Einklang mit den EU-Werten zu schaffen, um vertrauenswürdige, dezentraler, digitale Ökosysteme entstehen zu lassen.
Wir gestalten die Zukunft der Fertigungs- und Lieferketten aktiv mit! concircle ist im Rahmen des EuProGigant-Projektes an der Forschung beteiligt:
Europäisches Produktionsgiganet zur kalamitätsmindernden Selbstorchestrierung von Wertschöpfungs- und Lernökosystemen, auch als EuProGigant bekannt, ist ein österreichisch-deutsches Forschungsprojekt geleitet von der TU Wien und TU Darmstadt. Die Zielsetzung ist es, Lösungen für die Maschinenanbindung und die maschinennahe Datenverarbeitung zu liefern, die Gaia-X-konforme Edge-Architektur nutzen. concircle ist einer der insgesamt 22 Projektpartner.
Im Rahmen des Gaia-X-Leuchtturmprojekts EuProGigant beschäftigen wir uns intensiv mit den Zukunftsthemen Gaia-X, Datenräumen und Verwaltungsschale (Asset Administration Shell AAS), um Ihnen innovative und sichere Lösungen für Ihre Produktionsprozesse zu bieten. Dafür nutzen wir verschiedene Ökosysteme, unter anderem das auf den Idealen von Gaia-X basierende Pontus-X, welches mit einer Blockchain-basierten Architektur und Compute-to-Data innovative Anwendungsmöglichkeiten bietet.
Catena-X ist eine Initiative, die sich mit den Themen Interoperabilität und Datensouverenität in der Automobilindustrie beschäftigt. Der Leitgedanke ist, dass nur eine „radikale Zusammenarbeit“ entlang der Wertschöpfungskette die Branchenherausforderungen lösen kann. Während die Architektur von Pontus-X auf Gaia-X basiert, gehört das Projekt Tractus-X in das Catena-X Ökosystem.
Eine weitere Dateninitiative, die aus der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft stammt, heißt Manufacturing-X. Auch hier geht es um souveräne, gemeinsame Datennutzung entlang der gesamten Fertigungs- und Lieferkette.
Praktische Anwendung für Ihre Produktionsprozesse
Ein zentraler Use-Case, den wir im Rahmen von EuProGigant erfolgreich realisiert haben, ist das Bauteilmatching mit SAP Digital Manufacturing. Durch die Integration von SAP DM in das Pontus-X-Ökosystem zeigen wir, wie Daten in einem föderierten Datenraum gesichert geteilt, monetarisiert und mit Compute-to-Data genutzt werden können, um Arbeitsschritte einzusparen und Kosten zu senken.
Darüber hinaus setzen wir uns mit dem Eclipse Dataspace Connector (EDC) auseinander, um Ihnen noch mehr Möglichkeiten zur nahtlosen Integration Ihrer Systeme zu bieten. Mit diesem ist auch eine Anbindung an das Catena-X-Ökosystem, betrieben von Cofinity-X und basierend auf Tractus-X, möglich, welche wir ebenfalls evaluieren.
Whitepaper:
Lesen Sie mehr über aktuelle Herausforderungen bei der Zusammenarbeit in der Fertigungskette und den Weg in die Zukunft am Beispiel einer multifunktionalen Spindelbaugruppe. Füllen Sie das Formular unten aus und erhalten Sie das Whitepaper per E-Mail.
EuProGigant Demonstrator: Der Weg zu effizienter Zusammenarbeit und Datensouveränität in der Fertigung

Gernot Baumgartner
Team Lead Digital Manufacturing Software Engineering
Gernot leitet das Software Engineering Team im Bereich Digital Manufacturing. Er spezialisiert sich auf Manufacturing Execution Systeme und deren Schnittstellen. Im Rahmen des EuProGigant-Projektes beteiligte sich an der Entwicklung des Bauteilmatching-Demonstrators.
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